Nach langer Zeit habe ich endlich wieder Zeit gefunden in meinen Blog zu schreiben. Es ist vieles passiert und es überschlugen sich Ereignis über Ereignis, aber fangen wir von vorne an.
Ich nahm nun den 4pm Greyhound-Bus von Adelaide nach Borken Hill. Der Busfahrer hatte mit mir so Mitleid, dass ich alleine ins Outback gehe, so dass er mir mein Essen bei einer Raststation kurz vor Broken Hill ausgab. Ich kam gegen Mitternacht an und bezog gleich das nächstgelegene Hostel, in dem ich allein in einem 6 Bettzimmer übernachtete.
Ich machte mich früh am Morgen auf zum Postamt von Broken Hill, von dem ich aus mit dem Postmann nach Menindee gefahren bin. Auf der 100 km langen Fahrt, zeigte mir der Postmann den Menindee Lake, welcher ein gewaltiger See mitten in der Wüste ist.
Ich kam rund um Mittag in Menindee an und wurde in den örtlichen Pub gebracht, von dem aus der Farmer mich abholte. Zuvor wurde ich von den Angestellten in dem Pub gewarnt, dass der Farmer ein Trinkproblem habe.
Als sich dann die Tür des Pubs öffnete und ein Mann mit langem Bart und Cowboyhut eintrat, vermutete ich, dass dieser komisch aussehende Mann hoffentlich mein Arbeitgeber sein wird. Meine Vermutung wurde durch die Angestellten bestätigt.
Ich ging auf mich zu und stellte mich vor. Dabei verstand ich kein einziges Wort, das er sagte. Wir stiegen in einen Offroader und fuhren Richtung Stationshaus. Als wir Menindee verließen, endete urplötzlich die geteerte Straße und fuhren auf einer "Dirtroad". Wir bogen von der Straße in die Pampa ab und fuhren 5 km von der Straße in die Pampa bis zu seiner Station.
Der Name des Farmer ist Luke Caskey und seine Station ist die Wanda Station, welche gleich neben dem Darlingriver gebaut war.
Auf der Station waren 4 weitere Mitarbeiter, die aber alle nacheinander gingen, bis auf einen, Steve.
Das Wasser für die Dusche kam aus dem Fluss und das Trinkwasser war gespeichertes Regenwasser.
Mein Handy hatte keinen Empfang und ich hatte keinen Internetzugang.
Ich erlebte so vieles, dass es nicht möglich ist von allem zu berichten, aber von ein paar möchte ich trotzdem berichten.
Die durchschnittliche Temperatur betrug 30-35 Grad, einige Tage waren wärmer, andere kälter. Die Nächte waren zum größten Teil bei 5 Grad und habe selbst mit Schlafsack und Decke gefroren .
Zu beginn bezog ich ein Zimmer im "Sheerers Quater", bin aber nach 2 Wochen in das Farmhaus umgezogen, das ein gemütliches Doppelbett hat.
Der andere Arbeiter, Steve, kommt aus Adelaide und ist 46 Jahre alt, hat sich aber wie ein 18 Jahre alter Junge benommen. Wir arbeiteten nahezu täglich zusammen. Unsere Aufgaben waren: Fencing, Malern, Ausbau der Garage bauen , Restaurieren von Möbeln, Autos reparieren, Schafe vor sich treiben mit dem Motorrad, Dächer und Meathäuser reparieren und noch viele andere Jobs.
Des Weiteren habe ich auf der Farm Motorrad fahren gelernt und bin schlussendlich mit Kangaroos an meiner Seite durch den "Bush" gerast.
Wir gingen des öfteren Jagen, so dass ich den Umgang mit Waffen ebenfalls lernte.
Außerdem gab es fast jeden Tag frisch gefangene "Yabbies" zu essen.
Am 05.09 habe ich mein erstes Känguru und Emu gesehen.
Abends den 13.09 gingen ich und Steve auf die Jagd nach Wildschweinen. Wir verließen die "Track", die durch das Gelände von Luke führt und fuhren 15 Minuten in Richtung eines Sandhügels, auf welchem wir uns festfuhren. Wir versuchten 2 Stunden lang uns zu befreien, aber ohne Erfolg. Es wurde in der Zeit stock finster und wir riefen Luke über Funk um Hilfe. Er brauchte 3 Stunden um uns zu finden und wir brauchten weitere 3 Stunden zurück zum Farmhaus, da Luke die Orientierung verloren hatte.
Am 22.09 bin ich ein weiteres Mal mit dem Motorrad durch den "Bush" gefahren und habe ein paar Kängurus verfolgt, jedoch war ich einen Moment unachtsam und fuhr das Motorrad in eine Art von Sumpf, so dass ich das Motorrad stehen gelassen habe und 2 Stunden zurück zur Station gelaufen bin.
Vom 1.10 bis zum 7.10 kamen Freunde von Luke, die der ganzen Eile aus der Stadt entfliehen wollten. Alle waren sehr freundlich und nett zu mir. Sie waren begeistert, dass ich dieses Abenteuer auf mich genommen habe.
Am 12.10 wurde mir beigebracht einen Traktor zu fahren.
Schlussendlich kam der Tag, an dem ich die Station verlassen musste. Ich wurde am 19.10 von einem Postmann abgeholt, der mich direkt nach Meldura, Victoria brachte.
Es war alles so ungewöhnlich voll mit Menschen. Ich verbrachte den ganzen Tag in Meldura, bis ich den Nachtbus nach Melbourne nahm. In Melbourne warteten Jannis und Tim, die ich besuchen wollte.
| Luke und Ich beim arbeiten |
| Bau der Garagenerweiterung |
| Fancing durch Fluss |
| Plater Reifen mitten im Niergendwo |
| Traktor fahren |
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| Reiten auf der Station |
| Emus |
| Kängurus unterm Baum |
| Briefkasten der Station |
| Malen mit Fieberglas (vorher) |
| (nachher) |
| Bau des Untersatzes mit Bob |
| Kaputte Fanceline |
| Mein Arbeitsauto "Rocky" |


